LIEZEN AM WEG ZUR ENERGIEEFFIZIENTEN GEMEINDE
Montag, 21.05.2012

LIEZEN AM WEG ZUR ENERGIEEFFIZIENTEN GEMEINDE

Landesprogramm für energieeffiziente GemeindenLIEB feiert eine zukunftsorientierte Entscheidung des Gemeinderates.

LIEB hat schon seit dem Jahr 1995 den Beitritt Liezens wenigstens zur Vereinigung der Klimabündnisgemeinden gefordert.

 

Die Stadtgemeinde Liezen hat mit Gemeinderatsbeschluss vom 15. Oktober 2009 den Beitritt zum e5 Programm einstimmig beschlossen.

 

Nach 14 (!) Jahren Überzeugungsarbeit ist der Beschluss ein Meilenstein in der Liezener Umweltpolitik.

 

 

Das e5-Projekt nimmt dabei alle Gemeindeverantwortlichen in die Pflicht.

Doch was verbirgt sich hinter dem misteriösen Kürzel "e5 überhaupt?

 

LandesEnergieVerein (LEV)

Der Landesenergieverein LEVDas Ziel des LandesEnergieVereins Steiermark ist die Effizienzsteigerung des Energieeinsatzes und die Nutzung erneuerbarer, heimischer Energieträger im Interesse der regionalen Entwicklungspolitik, des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit. Er verstehet sich als Schaltstelle zwischen Verwaltung, Politik, Forschung und den Energiekonsumenten. Die Tätigkeiten umfassen die technische und organisatorische Begleitung von Energieprojekten, Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit (Ausstellungen, Publikationen, Tagungen etc.), Bildungsarbeit (fachspezifische Weiterbildung, Forschungsförderung), europäische Zusammenarbeit (Teilnahme an EU-Forschungs- und Entwicklungsprojekten), Energieberatung sowie Abwicklung und Vergabe von Förderungen.

 

e5 Programm

e5 ist ein Programm zur Qualifizierung und Auszeichnung von Gemeinden, die durch den effizienten Umgang mit Energie und der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energieträgern einen Beitrag zu einer zukunftsverträglichen Entwicklung unserer Gesellschaft leisten wollen. Es unterstützt Gemeinden bei einer langfristigen und umsetzungsorientierten Klimaschutzarbeit in den Bereichen Energie & Mobilität.

 

Mit e5 erhalten die am Programm teilnehmenden Gemeinden Hilfsmittel und Unterstützung um ihre Energie- und Klimaschutzziele festzulegen und zu erreichen.

Wesentliche Elemente des e5-Programms sind dabei:

  • die Berücksichtigung aller energierelevanten Handlungsfelder von Gemeinden (Energieversorgung, Entsorgung, Planung, Mobilität, Gebäude etc.)
  • die schrittweise Verbesserung der Energieperformance durch klar identifizierbare Teilziele
  • der Aufbau von Strukturen und die Vernetzung von Akteuren innerhalb der Gemeinde (Politik, Verwaltung, BürgerInnen, Betriebe, Initiativen etc.) sowie der Erfahrungsaustausch zwischen den Gemeinden
  • die Qualifizierung und Unterstützung kommunaler Akteure bei Planung und Umsetzung von Maßnahmen durch das e5-Beraternetzwerk
  • regelmäßige interne und externe Erfolgskontrolle sowie die Auszeichnung der Gemeinden entsprechend ihrem Erfolg

 

Das sichtbare Markenzeichen dieser Aktivitäten sind die je nach Umsetzungserfolg in der Gemeinde verliehenen "e". Maximal erreichbar sind fünf „e“ („eeeee“).

 

Das Programm wurde 1998 in den Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg gestartet und seither permanent weiterentwickelt. In Österreich nehmen derzeit die Bundesländer Vorarlberg, Salzburg, Tirol, Kärnten, Burgenland und die Steiermark am Programm teil.

 

Einstiegsphase

Die Gemeinde unterzeichnet eine Basisvereinbarung mit dem e5-Programmträger, in der sie sich zu den Grundsätzen des Programms bekennt. Im Gegenzug erhält die Gemeinde fachliche und organisatorische Unterstützung vom regionalen e5-Programmträger.

 

Ein Energieteam (üblicherweise bestehend aus VertreterInnen von Verwaltung, Politik, Initiativen sowie engagierten BürgerInnen und EnergieexpertInnen) zeichnet für die Prozesssteuerung und Programmumsetzung verantwortlich.

 

In einem ersten Prozessschritt erfolgt eine Ist-Analyse mit Hilfe der vom e5-Programm zur Verfügung gestellten Werkzeuge. Damit erhält die Gemeinde einen ersten Überblick über den Status der Energieeffizienz in ihrem Handlungsbereich und gleichzeitig ein Stärken-Schwäche-Profil, das bei der Erstellung eines energiepolitischen Arbeitsprogramms hilft.

 

Kontinuierliche Programmarbeit

Nach Abschluss der Einstiegsphase tritt die Gemeinde in die Phase der kontinuierlichen Programmarbeit ein. Hier findet die eigentliche energiepolitische Arbeit statt. Das e5-Team sorgt dafür, dass konkrete Projekte geplant, vom politisch zuständigen Gremium beschlossen und schließlich umgesetzt werden.

Zudem wird im Jahresrhythmus Bilanz über die Programmarbeit gezogen. Im Zuge dessen wird auch das energiepolitische Arbeitsprogramm überprüft und gegebenenfalls um neue Projekte erweitert.

 

Externe Prüfung und Auszeichnung

Mindestens alle drei Jahre unterziehen sich die e5-Gemeinden einer Bewertung durch eine unabhängige Kommission. So wie Restaurants mit Hauben ausgezeichnet werden, bekommen erfolgreiche e5-Gemeinden dabei - je nach Umsetzungsgrad der möglichen Energieeffizienzmaßnahmen - ein bis fünf "e" verliehen.


Den Gemeinderatsbeschluss finden Sie im Protokoll der Sitzung vom 15. Oktober 2009 unter dem TOP 12.

 

Den Link zur Homepage des e5-Programms finden Sie hier